Auf dem Bundesparteitag im Dezember 2012 hatte der Kreisverband Bochum ein Versprechen abgegeben: Wenn ihr hier an der Garderobe spendet, dann werden wir davon Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig kaufen und in Bochum verlegen lassen. Und weil es keine Teilsteine zu kaufen gab, haben wir auf den nächsten ganzen Stein aufgerundet. So kam das Geld für 3 Steine zusammen. Die Kosten für einen weiteren übernahmen unsere Landtagsabgeordneten Simone Brand und Monika Pieper.

Soweit die Idee. Doch wie nun die Umsetzung? Schon bald sahen wir uns konfrontiert mit der Aufgabe Personen auszuwählen und so machten sich ein paar Piraten auf ins Stadtarchiv. Hier hatte der Archivar auch schon einige Namen herausgesucht. Aber wie soll man sich da entscheiden? Es wurde beklemmend. So viele Schicksale, so viel Leiden. Wie kann man dies nur bewerten?

Schließlich fiel unsere Wahl auf eine 3-köpfige jüdische Familie, die schon 1933 nach Holland floh, um dem hier vorherrschenden Regime zu entkommen. Leider waren sie auch dort nicht sicher. Sie wurden 1943 in Westerbork interniert und schließlich am 19.2.1943 in Auschwitz ermordet.

Stolperstein_Rosenthal_1 Stolperstein_Rosenthal_2

Mit dem vierten Stolperstein möchten wir daran erinnern, dass in dieser Zeit nicht nur religiöse Minderheiten oder ‚Staatsfeinde‘ verfolgt wurden, sondern auch behinderte Menschen oftmals keine Chance hatten. Auch wurden Menschen nicht allein in Arbeits- oder Konzentrationslagern ermordet. So wurde am 21.9.1940 Walter Katz in die Heilanstalt Wunstorf eingewiesen. Nur 6 Tage später wurde er dann in die Landes-Pflegeanstalt Brandenburg verlegt, wo er am gleichen Tag noch ermordet wurde. Alleine die Formulierung Pflegeanstalt ist ein widerlicher Euphemismus sondergleichen, genauso wie das Wort Euthanasie in diesen Fällen. Vermutlich wurde Walter Katz Opfer der Aktion Brandt der Nationalsozialisten.

Stolperstein_Katz_1 Stolperstein_Katz_2

Damit hat der Kreisverband Bochum der Piratenpartei gleich zwei Versprechen eingehalten. Zum einen die Verwendung der Spenden, wie gewünscht umzusetzen. Zum anderen Versprechen:

WIR WERDEN NICHT VERGESSEN!

Was denkst du?